Kein Mensch kommt „perfekt“ auf die Welt. Unser Charakter, unsere Persönlichkeit, das was uns eben ausmacht, wird erst im Laufe der Jahre geformt. In aller erster Linie sind dafür in den ersten Lebensjahren und eigentlich auch darüber hinaus unsere Eltern dafür zuständig. Sie erziehen ein Kind nicht nur, sie prägen auch sein Wesen. Oft sind sich Eltern dessen aber nicht so ganz bewusst und vernachlässigen ihre Kinder. Ob das nun absichtlich oder aus Unwissenheit geschieht, spielt nur eine nebensächliche Rolle. Den Kindern fehlt das schon früh elementare „geführt werden“ und diese Defizite begleiten sie oft ein Leben lang.
Kleine Fehler – große Folgeschäden
Das kann sich dann zum Beispiel in einem unaufrichtigen verhalten äußern (im schlimmsten Fall werden die Kinder notorische Diebe), in Aggression, Lethargie oder dem sich völligen Verweigern. Für all solche Fälle hat sich der Sozialstaat Hilfestellungen einfallen lassen, denn auch solche Menschen werden von der Gemeinschaft nicht aufgegeben. Sie sollen die Möglichkeit erhalten, ihre Persönlichkeit zu verbessern und ihren Charakter neu zu formen.
Hilfe von Außen
Ein Projekt speziell für Jugendliche, die von zuhause weglaufen und sich jeglichem behördlichen Zugriff verweigern, sind die Streetworker. Meist junge Sozialarbeiter kümmern sich auf der Straße um die Belange der Jugendlichen, bieten eine Schulter zum Ausweinen und ein offenes Ohr für Probleme aller Art. Die Jugendlichen sollen so langsam begreifen, dass ihre Eltern vielleicht versagt haben, die Gesellschaft sie aber nicht grundsätzlich ablehnt und sie als Person wahrgenommen und respektiert werden. Dies ist meist der erste Weg in Richtung neue Persönlichkeit und zweite Chance.