Meinwerk-Ausstellung Paderborn - Für Königtum und Himmelreich

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Diözesanmuseum Paderborn  ·  Museum in der Kaiserpfalz  ·  23.10.2009 bis 21.2.2010
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FÜR KÖNIGTUM UND HIMMELREICH

Vor genau 1.000 Jahren trat er sein Amt an: Meinwerk, der zehnte Bischofder Kirche von Paderborn. 
27 Jahre lang, von 1009 bis 1036, lenkte er die Geschicke seines Bistums und wurde zu einem der bedeutendsten Bischöfe des Mittelalters. Seine imposanten Bauwerke wie der Dom und die Kaiserpfalz prägen das Bild der Stadt Paderborn bis heute. Das Erzbischöfliche Diözesanmuseum und das Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn würdigten das Leben und Werk Bischof Meinwerks mit einer großen Jubiläumsausstellung.

Auf insgesamt 2.000 Quadratmetern wurden einzigartige Handschriften, Urkunden und liturgische Geräte, aber auch kostbare Schmuckstücke, prächtige Waffen und andere archäologische Fundstücke des 11. Jahrhunderts aus ganz Europa präsentiert. Sie ließen eine Epoche lebendig werden, in der das Zusammenspiel geistlicher und weltlicher Herrschaft ihren Höhepunkt erreichte und die Bischöfe zusammen mit den Königen und den Adligen das Reich regierten.

„Da alle sofort zustimmten und Heinrich II. wegen dieser Entscheidung beglückwünschten, rief er Meinwerk herbei, lächelte ihm mit gewohnter Liebenswürdigkeit zu und reichte ihm einen Handschuh mit den Worten: ‚Nimm!‘ Als dieser zurückfragte, was er nehmen solle, antwortete der König: ‚Das Bistum der Paderborner Kirche‘.“ (Vita Meinwerci, Cap. 11)

Detailliert und lebhaft wird in der Vita Meinwerci die Erhebung Meinwerks zum zehnten Bischof der Kirche von Paderborn geschildert. 27 Jahre lang, von 1009 bis 1036, lenkte Meinwerk die Geschicke seines ­Bistums, er wurde zu einem der ­bedeutendsten Bischöfe des 11. Jahrhunderts. Durch seine imposanten Bauwerke – Dom, Kaiserpfalz, Bartholomäus­kapelle, Abdinghof­kirche und Busdorfstift – prägte er das Bild der Stadt bis heute.

An zwei Ausstellungsorten, im ­Museum in der Kaiserpfalz und im Erzbischöflichen Diözesanmuseum, wurden – ausgehend vom Ereignis der Bischofsweihe – eindrucksvolle und facettenreiche Einblicke in Leben und Wirken Meinwerks sowie seiner Amtskollegen gegeben: Sie bauten Kirchen und Städte, stifteten Prachthandschriften und liturgisches Gerät zur Ehre Gottes und zogen in den Krieg. Dabei werden im Museum in der Kaiserpfalz die weltlich-poli­tischen Aufgaben eines Bischofs thematisiert, während im Erzbischöflichen Diözesanmuseum der Bischof als Seelsorger und Stifter bedeutender Bau- und Kunstwerke im Mittel­punkt stand.

Die Jubiläumsausstellung stellte die we­sentlichen Aspekte der Kunst-, Kirchen- und Kulturgeschichte und die Aufgabenfelder dieser Bischofs­elite in der Zeit um die Wende zum zweiten Jahrtausend verständlich dar.

Meinwerk als Diener dreier Kaiser war von Otto III. in die Hofkapelle des Aachener Pfalzstiftes berufen worden und es gelang ihm, Heinrich II. und Konrad II. eng an seinen ­Bischofssitz zu binden. Insgesamt neunmal weilte Heinrich II. mit ­seinem Gefolge in Paderborn, Konrad II. war achtmal in der Kaiserpfalz zu Gast. Sein unermüdlicher Dienst für das Reich wurde mit zahlreichen Privilegien und Güterschenkungen belohnt, die die Wirtschaftskraft der Paderborner Kirche enorm steigerten. Bischof Meinwerk gilt nach Kaiser Karl dem Großen zu Recht als zweiter Gründer des Bistums. Bis heute spielt er für die Identität der Kirche von Paderborn und die Erinnerungskultur von Kirche, Stadt und Region eine wichtige Rolle. Im Netzwerk der Bischofselite positioniert sich ­Meinwerk gleich­berechtigt neben den durch ihre einzigartigen Kunststiftungen berühmten Mitbischöfen Bernward von Hildesheim, Notger von Lüttich und Sigebert von Minden. Die von ihnen gestifteten faszinierenden Werke mittelalter­lichen Kunstschaffens wurden in bislang nie gezeigter Vollständigkeit präsentiert.

Die aus deutschen und europäischen Sammlungen und Museen auf Zeit in Paderborn zusammengeführten Leihgaben ließen eine Epoche lebendig werden, in der das Zusammenspiel geistlicher und weltlicher Herrschaft ihren Höhepunkt erlebte und die ­Bischöfe im Verbund mit den Königen aktiv in die Regierung des Reiches eingebunden waren. Die Themen reichten von der Baupolitik über den Kriegszug, vom Bildungskanon der Domschulen, dem Weg der Heiligen und Reliquien in die Bischofsstadt bis hin zu herausragenden Bau- und Kunststiftungen. Die bedeutenden Originale und neueste archäo­logische Funde zeichneten, ergänzt durch ­Modelle und Inszenierungen in aufwändigem Ausstellungsdesign, ein umfassendes Bild des ottonisch-­salischen Kirchenreiches.